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Galerie am Marienbad
- Gallery of Southern Art -
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Der US-Dollar regiert heute Simbabwe – aber ist das auch gut so?

Seit der Hyperinflation von mehreren Milliarden% (2008-09) hat sich die ökonomische Situation in diesem südafrikanischen Binnenland wieder einigermaßen beruhigt, worauf vor einigen Jahren die Verantwortlichen der Koalitionsregierung des Premierministers Morgan Tsvangirai die nationale Währung (Simbabwe Dollar) zu Gunsten des US-Dollars als allgemein anerkanntes Zahlungsmittel aufgaben. Seither ist die Inflation wieder auf einstellige Zahlen zurückgeführt worden, die Wirtschaftssubjekte können wieder auf Ziel und mit einigermaßen konstanten Bedingungen planen.

Dennoch konnte ich bei meinem letzten Besuch im (Oktober 2014) feststellen, dass Elemente in der seit der letzten „Wahl“ wieder von nur einer Partei (ZANU-PF) geführten Regierung die Dollarbindung aufgeben und zu einer nationalen Währung zurückkehren wollen. Wie ehedem könnte man sich wunderbar exzessiver Spekulationsgewinne auf Kosten der Allgemeinheit sichern. Die Zukunft wird weisen, ob sich der wirtschafts- und finanzpolitische Irrsinn wiederholt, vor allem wenn sich die Wirtschaftssituation verschlechtert, bzw. die US-amerikanische Zentralbank die Zinsen erhöht. 

In wiefern die Allgemeinheit von der Übernahme des US-Dollars profitiert hat, wird auf dem flachen Lande nicht offensichtlich. Im Gegenteil, der normale Bauer muss wie früher um sein Auskommen kämpfen, doch werden ihm und seiner Familie nicht mehr automatisch eine gewisse Gesundheitsvorsorge und Bildung der Kinder auf den Farmen angeboten, sondern er muß sich dieser Vorteile mühsam selbst versichern. Die neuen Herren (und oft auch Damen), der von den weißen ehemaligen Grundbesitzern enteigneten Farmen, halten nur wenig von der Sozialbindung des Eigentums. Jeder muss sehen, wo er bleibt.
Allerdings ist nicht zu übersehen, dass in der Hauptstadt Harare die Geschäfte voller Auslagen sind. Südafrikanische Einzelhandelsketten haben die lokalen Strukturen übernommen und importieren die Dinge des täglichen Bedarfs direkt aus der Republik Südafrika. Da der südafrikanische Rand neben dem US-Dollar offizielle Zahlungsmittel sind, ist sogar noch ein kleines Währungsgeschäft zu machen, da der Rand gegenüber dem US-Dollar traditionell eher „schwächelt“.

Leider fiel auch der für afrikanische Verhältnisse gut und effizient strukturierte Gesundheitssektor (neben dem Bildungssektor) dem Chaos der 2000er Jahre anheim, und es ist nur wenig bekannt, dass die US-Regierung ca. 25% der Kosten des Gesundheitsapparates in Simbabwe zahlt und so die Krankenversorgung vor allem der Mittellosen einigermassen sichert.

Auch der bisher so ertragreiche Bergbausektor trägt weniger zum Bruttoinlandsprodukt bei, seit die Mugabe-Regierung eine dramatische Indigenisierungspolitik betreibt, die ausländische Investitionen u. U. unter Zwang verstaatlicht, auf jeden Fall aber Neuinvestitionen unterbindet; zu einer Zeit, in der ein dramatischer Preisverfall von Rohstoffen weltweit festzustellen ist, keine sehr sinnvolle Politik. Ein völliger Verfall der Strukturen wird durch die Überweisung von ca. 500 Millionen US-Dollars jährlich von im Ausland lebenden Simbabwern gemildert.

Für die ehemals für Afrika vorbildliche Industrie-  und Mittelstandsstruktur Simbabwes ist dies nicht vorteilhaft, denn durch die Enteignungen und die Ausweisung der Weißen während der letzten 15 Jahre, musste die Volkswirtschaft Simbabwes einen hohen Preis zahlen, da die notwendigen Fachleute, die das Bildungs- und Gesundheitssystem stützten, nicht mehr in der notwendigen Qualität verfügbar sind. Zudem schwächt eine nicht unerhebliche Korruption die offensichtlichen Anstrengungen, die Volkswirtschaft wieder zu kräftigen.

Die allgemeinen Bedingungen sind nicht sonderlich rosig, doch ist zu hoffen, dass die unzweifelhaft positive Grundhaltung der Simbabwer und ihre im Vergleich zu anderen afrikanischen Ländern – vor allem Südafrikas - noch immer überdurchschnittliche Bildung den Wechsel zu Wachstum, Wohlstand und ein wenig mehr Selbstbestimmung erwirken wird.

Mugabe 2.0 - Grace ante portas?
Die Tatsache, dass sich die 2. Frau (Grace, 49) des alternden Präsidenten Robert Mugabe, der seit 1980 das Land autokratisch regiert, in den politischen Startlöchern für eine Nachfolge ihres 90jährigen Mannes gegen viele Widersacher durchgesetzt zu haben scheint, läßt nicht unbedingt Gutes ahnen. Bis letztes Jahr war Joice Mujuru (59), die Frau des ehemaligen und in einem dubiosen Feuer tödlich verunglückten hochrangigen Militär, Vize-Präsidentin von Simbabwe bis sie Mitte 2014 von der äusserst unpopulären Ehefrau Mugabes in dieser Position herausgefordert und sodann auch ihrer öffentlichen Ämter enthoben wurde.

Was als totale Entmachtung begann, könnte jedoch durchaus von Vorteil sein, denn sie ist als alte Revolutionärin hochgeachtet und könnte sich mit dem Führer der Oppositionspartei „Movement for Democratic Change“, Morgan Tsvangirai, zusammentun, um Grace Mugabe, die noch lange nicht die Honoratioren der regierende ZANU-PF-Partei von sich überzeugen konnte, einen schwierigen Wahlkampf zu liefern. Die Dinge sind – wie schon lange in Simbabwe – im Fluß…


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